Onpagedoc im Test: WDF*IDF-Tool

OnpageDoc hat  wie bereits hier geschrieben ein WDF*IDF-Tool an Bord, mit dem Texte analysiert und optimiert werden können – cool! Karl Kratz hat mit der WDF*IDF-Formel im Sommer 2012 einen wahren Hype in der SEO-Szene ausgelöst, so dass man glauben konnte die Formel würde den Google-Algorithmus entzaubern und mit dem Tool sei es ein Kinderspiel, die eigenen SEO-Texte auf die vorderen Positionen der Google-SERPs zu schießen. WDF*IDF – was war das nochmal?

WDF*IDF-Analyse mit dem Tool von OnpageDoc der ersten 15 Dokumente aus den Google-SERPS

WDF*IDF-Tool von OnpageDoc: Häufigkeit der wichtigsten Keywords – diese selbst sind hier ausgeblendet – in den ersten fünfzehn Dokumente der Google-SERPs – beim Wettbewerber onpage.org werden nur zehn Dokumente analysiert.

Exkurs: WDF*IDF

Karl Kratz hat die Formel aus der Mottenkiste des Information Retrieval hervorgekramt. Kratz analysiert mit dem WDF*IDF-Tooll von onpage.org die ersten zehn Dokumente, die Google zu einem Keyword findet und ermittelt darin die Häufigkeit sämtlicher Keywords. Daraus wird dann eine Kurve gezaubert, an der sich moderne, suchmaschinenoptimierte Texte orientieren sollten. Die Idee dahinter korrespondiert mit der latent-semantischen Optimierung, die besagt, dass der SEO-Schreiberling ein Wortfeld möglichst umfassend abdecken soll.

Beispiel:

Ein SEO-Text zum Keyword „Auto kaufen“, sollte eben nicht nur diese einzige Suchphrase zig-fach enthalten, sondern eben auch Varianten wie „Fahrzeug erwerben“, „Autos kaufen“ sowie das ganze Drumherum wie „Autokäufer“, „Autoverkäufer“, „Gebrauchtwagen“, „Neuwagen“. Dabei gibt es Suchbegriffe, die häufiger als andere vorkommen sollten. Wenn diese ganz fehlen, ist irgendetwas faul, der Text wird in den Google-Rankings nicht sehr weit oben landen.




Soweit so gut, die Meinungen von Suchmaschinenoptimierern zu WDF*IDF schwanken zwischen „extrem wichtig“ (Malte Landwehr) bis hin zu „Ich glaube das ist so ein SEO-Hype“ (Nicolas Sacotte) – siehe http://www.seo-united.de/blog/seo/wdfpidf-wie-wichtig-ist-die-neue-keyworddichte.htm – die SEO-Experten sind der Meinung,

  • es nur „eine deutlichere Art der Darstellung der KW-Dichte“ ist. (Prof. Mario Fischer)
  • die Methode ist unwissenschaftlich: Warum nur die ersten zehn oder fünfzehn Dokumente? Die Google-SERPs sind ja nur eine Momentaufnahme, dann sieht die Kurve doch jedes Mal anders aus! Welches Keyword soll ich zur Analyse nehmen, wenn ich den Text auf mehrere optimieren will? In die WDF*IDF-Analyse fließen auch Elemente aus Header, Sidebar und Footer ein, die sich außerhalb des eigentlichen Textes befinden und das Ergebnis verzerren.
  • Originäre Texte entstehen nicht dadurch, dass die Inhalte anderer Texte mittels einer mathematischen Formel zusammengequirlt werden, sondern durch eigene kreative Inhalte und innovative Wortschöpfungen. Es geht nicht nur um Unique Content, sondern auch um Unique Value.

Prinzipiell haben die Kritiker Recht. Die Methode bewirkt nichts grundsätzlich anderes als das, was gut geschulte SEO-Texter vorher auch schon gemacht haben und unwissenschaftlich ist sie tatsächlich. WDF*IDF besteht trotz der hochkomplexen mathematischen Formel über pragmatisch-heuristische Ansätze, die die Handhabung für den Suchmaschinenoptimierer vereinfachen sollen. Tatsächlich können  SEO-Texte damit semantisch noch themenrelevanter erstellt werden. Onpage gibt Hinweise auf

  • Wörter, die im Text noch fehlen.
  • Wörter, die öfter verwendet werden sollten.
  • Wörter, die weniger verwendet werden sollten.

Hier empfiehlt der WDF*IDF-Editor von Onpage Doc auch Allerweltswörter ohne Themenrelevanz wie „wurden“, „schon“ und „gab“ in den Text (häufiger) zu integrieren. Das ist natürlich Quatsch, ließe sich aber nur mit Hilfe einer sehr umfangreichen Blacklist vermeiden.

Fazit:

Onpage Doc bietet mit dem WDF*IDF-Tool bestehend aus Analyse-Tool und Editor ein brauchbares Instrument für den Feinschliff von SEO-Texten. An der Funktionalität gab es im Test nichts auszusetzen. Einem unbeholfenen Schreiberling wird es aber nicht keineswegs gelingen, aus einem Larifari-Text gute Rankings zu erzielen.