Local SEO-Falle Groupon-Gutschein

Unbestritten ist, dass man mit Groupon-Gutscheinen Besucher auf seine Website bzw. in sein Geschäft oder Lokal locken kann. Beispielhaft sei der Fall einer Gaststätte in München erwähnt, die am Tag der Gutscheinaussendung die Besucherzahlen von rund 300 auf ca. 3000 steigerte. Richtig ist auch, dass viele Gutscheinkäufer enttäuscht wurden, weil die versprochenen Leistungen nicht in vollem Umfang oder nur gegen Zuzahlung erbracht wurden. Auch im Insolvenzfall hat der Verbraucher oft das Nachsehen.

Umgekehrt muss derjenige, der Produkte oder Dienstleistungen über derartige Gutscheine anbietet darauf achten, dass er sich nicht verkalkuliert. Ziel eines Rabattangebots sollte es sein, Kunden anzulocken, durch Leistung zu überzeugen und letztlich Stammkunden zu gewinnen. Mit Rabatten von meist über 50 Prozent sind die Angebote für die Verbraucher tatsächlich sehr attraktiv. Man sollte jedoch bedenken, dass Groupon und andere Gutscheinanbieter immer wieder ähnliche Rabattangebote aussenden und somit Schnäppchenjäger mit ausgeprägter „Geiz-ist-geil“-Attitüde züchten.


Hinzu kommt, dass die Angebote auch nach Ablauf des Deals noch im Internet zu finden sind. Die Suchabfrage „+Groupon+[Name des Anbieters]“ fördert auch alte, längst abgelaufene Offerten zu Tage, so dass dem Konsumenten das Gefühl vermittelt wird, dass er etwas verpasst hat. Auf Grund der Transparenz des World Wide Web wirkt der Groupon-Gutschein als Bumerang fürs Geschäft, denn tagesaktuell flattert der Groupon-Newsletter – für jede größere Stadt in Deutschland erhältlich – in die Mailboxen und signalisiert, dass früher oder später ein vergleichbares Angebot wieder verfügbar sein wird. Gäste, die mitbekommen, dass der Tischnachbar für das gleiche Gericht weitaus weniger bezahlt, werden enttäuscht sein. Auch, wer sich vorab bei Google Places, Qype oder Pointoo über eine Lokalität informiert, findet Kommentare wie „Wir hatten einen Groupon-Gutschein für All-You-Can-Eat im Restaurant XY für € 17,90 gekauft.“ Treue Stammkunden gewinnt man so nicht, denn die Bereitschaft, den regulären Preis zu zahlen sinkt!

Auswege aus der Transparenz-Falle können Rätsel oder Spiele sein, bei denen sich der Interessent den Gutschein erarbeiten muss. Auch die Beschränkung von Diestleistungsangeboten auf wenig frequentierte Zeiten, kann eine Lösung aus dem Dilemma sein. So könnten Gaststätten, die zu den Mittagsstunden schwach besucht sind, den Gutschein auf diese Zeit limitieren, während zum Abendessen der reguläre Preis gilt. Die Offerten sind dann mit denen der Wettbewerber nicht mehr direkt vergleichbar und die Preiswertigkeit des Normalangebots bleibt erhalten.

Was geschieht mit nicht eingelösten Gutscheinen? Die Einnahmen verbleiben bei Groupon und der Inserent geht leer aus. In der Folge ist bereits ein Sekundärmarkt entstanden, auf dem Groupon-Kunden nicht eingelöste Gutscheine verscherbeln. Käufer sollen häufig die Unternehmer selbst sein, die bei Groupon die Gutscheine vorlegen müssen, um Geld zu bekommen (RTL Extra, 31.01.2011 und 14.02.2011, FAZ 31.01.2011).

Ein Blick hinter die Kulissen bei Groupon zeigt dieses Video:

Fazit:

Angesichts der Transparenz des Internets sollte man als Geschäftsinhaber eine stringente Preispolitik praktizieren, sich bei der Rabattgestaltung nicht das Heft aus der Hand nehmen lassen und mit kreativen Ideen dafür sorgen, dass man Produkte und Dienstleistungen nicht unter Wert verkauft. Bezüglich der nicht eingelösten Gutscheine bleibt abzuwarten, wie Groupon seine Geschäftspolitik ausrichtet.

Tipp:

Als Webmaster drohen oft Abmahnungen. Informieren Sie sich daher über das Thema Urheberrechtsschutz.